Wettbewerb Untertorgebäude

2014 | Zell a. Harmersbach | NF: 1.200 m² | EUR: 3,5mio

Revitalisierung des Untertorgebäudes in Zell am Harmersbach

Wettbewerb 

Städtebau

Der kubische Anbau bildet mit der Verlängerung der Giebelwand des bestehenden Untertorgebäudes eine klare Kante zum neuen Parkplatz. Gleichzeitig sitzt der Anbau mittig in der neuen Parksituation und wird somit durch die Grünbereiche gerahmt. Von der Ortseingangsstraße aus wird er durch das Grün des Parks in seiner metallisch-goldenen Materialität wahrgenommen. Die Erweiterung fügt sich in ihrer Abmessung an den Anbau aus dem Jahre 1919 und verbindet sich mit dem historischen Gebäude über eine dezente Glasfuge.   Vom Ortskern aus bleibt die historische Ansicht des Gebäudes unverstellt wahrnehmbar. Die Hauptfassade des Untertorgebäudes bleibt in ihrer Dominanz bestehen, lediglich das neue Dach ist durch seine flachere Neigung als Veränderung für den geschulten Beobachter wahrnehmbar.

Gebäudekonzept

Der Entwurf zeichnet sich durch seine wirtschaftliche Schlichtheit aus. dieses Ziel wird durch die einfache Erschließung, die Entfernung von nicht dienlichen Gebäudebereichen und dem behutsamen Eingriff in die ursprüngliche Gebäudesubstanz erreicht. Die Glasfuge zwischen Neu und Alt verbindet beide Baukörper und dient als Haupterschließung, Foyer und Verteilerebene. Somit können alle Funktionsbereiche über die transparente Fuge erschlossen werden und ein Eingriff in die historische Substanz wird vermieden . Die Entfluchtung aller Bereiche ist ebenfalls gewährleistet.

Die Verteilung der Funktionsbereiche innerhalb von Neu- und Altbau ist sinnvoll gewählt. Der Gemeindesaal wird ebenerdig erschlossen. Sein großes Panoramafenster ermöglicht den Blick in den Park. Das großzügige Foyer liegt in der Glasfuge und kann somit vielfältig genutzt werden.

Die exponierte Lage der touristischen Geschäftsstelle im Bestandsgebäude gewährleistet eine einfache, barrierefreie Erreichbarkeit für ortsunkundige Personen und gibt den Gästen einen Einblick in das historische Ambiente von Zell am Harmersbach.

Der Multifunktionsbereich mit Bibliothek, Mediathek und Seniorenraum befindet sich im Obergeschoss des Untertorgebäudes. Die Öffnung des Raumes bis in den Dachstuhl erzeugt eine moderne, offene Atmosphäre die durch die neue hölzerne Dachkonstruktion unterstrichen wird.

Der Verwaltungsbereich des Kulturamtes im Obergeschoss des Neubaus. Die Büroflächen sind einfach zu erreichen und bieten einen erholsamen Blick ins Grüne.

Der Gewölbekeller bleibt nahezu unverändert. Lediglich die störende und sanierungsbedürftige Terrasse mit Ihren mindergenutzten Abstellräumen wird entfernt. Der Keller öffnet sich somit durch großzügige Glasfassaden mit Türen zum Park hin. Durch die großzügige Außentreppe mit integrierter Rampe kann zukünftig auch der Gewölbekeller barrierefrei erreicht werden.

Das Stadtarchiv liegt geschützt im neuen Untergeschoss des Neubaus.

Gestaltung / Materialität

Das historische Untertorgebäude wird in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde vitalisiert. Unter Einsatz von historischen Putzen und Farben, sowie Boden und Deckenbelägen wird das Gebäude wieder in altem Glanz erstrahlen.

Der Neubau wird durch eine Stahlglasfassade mit filigranen Profilen transparent an den Bestand gefügt. Die Fensterflächen der Verwaltung und des Gemeindesaals erhalten ein dunkle Verglasung. Dies wird mittels bedampftem Glas erzielt. Die geschlossenen Fassadenflächen und das Dach des Neubau erhalten eine Verkleidung aus Metall mit einer Stehfalz. Das Material besteht aus einer Legierung aus Kupfer und Aluminium (CuAl5) und sieht aus wie Gold und hat einen starken Glanz. Das Material setzt das Gebäude stark in Szene und wird somit klar identifizierbar. Gerade als Anlaufpunkt für die touristische Geschäftsstelle stellt dies einen Vorteil dar. Im Innenraum des Neubaus dominieren Holz und Sichtbeton.

Außenanlagen

Die Parklandschaft wird zur Musikschule hin erweitert und rahmt den Neubau. Büsche und Strauchwerk werden reduziert. Die neue Außentreppe vor dem Gewölbekeller wird in das Parkkonzept integriert. Gras und Schotterflächen bilden ein Abwechslungsreiches Spiel. Zum Bachlauf hin werden Sitz- und Verweilplätze geschaffen.