Wettbewerb Uniklinik Aachen – KiTa – SPZ – Personalvertretung

2013 | Aachen | NF 4.500 m² | EUR: 8mio

Neubau Betriebs-KiTa, Sozialpädriatisches Zentrum und weitere Einrichtungen des Universitätsklinikums Aachen

Wettbewerb | 2. Rundgang

Städtebau

Die geplanten Neubauten des Betriebskindergartens, des Sozialpädriatischen Zentrums und der Sitz der Personalratsvertretung sind als städtebauliches Ensemble angelegt die den nördlichen Teil des Klinikparkes kompletieren. Seit Beginn der Bauarbeiten am Uniklinikum in den 1970iger Jahren ist das beblante Gebiet nicht weiter entwickelt worden und wird nun mit diesem baulichen und landschaftsgestalterischen Konzept vollendet.

Durch Rückbau des bestehenden Flachbaus besteht die Möglichkeit den denkmalgeschützen Aussenbereich des Parkgeländes zu öffnen und durch neu geschaffene Freiräume zu verbinden. Die Barriere des jetzigen Gebäudes wird durch den Entwurf gesprengt.

Das Quartier bietet eine neue Unterkunft ..

Ziel ist es trotz der unterschiedlichen Nutzung einen Einklang zu finden und dadurch eine Zurückhaltung gegenüber der vorhandenen Denkmalgeschützen Bebauung zu finden. Das Quartier legt sich auf das vorhandene Terrain der bestehenden Bauten.

Richtung Norden bilden Kindertagesstätte und der Baukörper des Ideenteils eine klare Kante zum Schneebergweg. In der Fernwirkung sollen die Gebäude als Erweiterung des Geländeplateaus des Klinikums wahrgenommen werden, bzw. sich in den Hang fügen.

Der Ideenteil, das SPZ und Teile der Kita bilden entlang des neuen Parkplatz eine neu und klare Städtebauliche Kante. Diese Kanten und der vorhandene begrünte Hang rahmen den neuen Parkplatz ein. Die über 100 Stellplätze werden vom Klinikum, bzw. vom Park somit nicht wahrgenommen.

Eine Grünachse, welche vom Parkkommend das Entwurfsgebiet durchquert schließt den Grünraum um das Gesamtklinikum herum. Menschen des Klinikums können nun über die Grünachse entlang der neuen Gebäude wandeln bis Sie durch den Innenbereich zwischen Kita, SPZ und Personalratsgebäude wieder zum Klinikum gelangen. Im östlichen Bereich verlängert sich die Grünachse bis über den Dorbach hinweg.

Der Innenbereich zwischen Kita, SPZ und Personalrat erzeugt u.a. durch die kammartige Südfassade der Kita kleine und größere Höfe. Diese geschützten Bereiche sind teils öffentlich, teils privater Natur und ermöglichen es in der Landschaftsplanung kleine Nischen und Verweilplätze zu schaffen.

Der Großteil der vorhandenen Bäume kann erhalten bleiben und dient somit u.a. zur Verschattung der Außenspielbereiche der Kita.

Gebäude

So einheitlich sich die Gebäude nach außen hin darstellen, so unterschiedlich ist ihr Aufbau und Konzept im Inneren.

Die Kita gliedert sich entlang einer langgezogenen Magistrale. Neben- und Nebenfunktionsräume liegen nördlich des Flures. Richtung Süden bricht der Flur stets im Bereich des gemeinsamen Sanitärbereiches von jeweils zwei Gruppen auf. In der unteren Ebene liegen die U-3 Gruppen, in der oberen Ebene die Ü-3 Gruppen. Ein großzügiges Haupttreppenhaus bildet neben der Erschließung auch die Möglichkeit für Aufenthalt, Gruppenübungen und kleine Aufführungen. Große Sitzstufen und eine Rutsche laden zum Spielen und Verweilen ein. Dies lässt sich gut in das Konzept der „Offenen Gruppe “ eingliedern. Durch die Kammstruktur des Gebäudes Richtung Süden verfügen die Gruppen nicht nur über eine Süd- sondern auch über eine West-, bzw. Ostfassade. Dort ließen sich Sonnensegel so einbringen, dass kleine verschattete Bereich entstehen.

Das SPZ kann sowohl in der unteren Ebene über den Parkplatzkommend, als auch in der oberen Ebene vom Klinikum kommend barrierefrei erschlossen werden. Alle Räume reihen sich um ein überdecktes keilartiges Atrium. Es bildet sich ein Lichtdurchfluteter Innenraum, welcher Flur, Erschließung und Wartebereich vereint. Somit besteht zu jedem Zeitpunkt eine Blickbeziehung von Wartebereich und Behandlungsraum. Dies erleichtert eine Orientierung für die kleinen Menschen vor und nach Ihrer Behandlung. Die breite Treppenanlage Richtung Klinik ist ebenfalls mit einer großen Sitztreppe ausgestattet.

Der Personalrat

Das kleinste der drei neuen Gebäude verfügt über ein Eingangsfoyer über dem in der oberen Ebene ein Luftraum liegt. Dieser verleiht der Situation eine Großzügigkeit und gibt über die gelochte Decke, welche eine Analogie zum SPZ darstellt, eine gute Tageslichtausnutzung in den Flurbereichen.

Das Foyer ist somit nicht nur Empfang und Erschließung sondern kann auch bei kleinen Feiern oder zu kleinen Besprechungen herangezogen werden.

Die Leitung, sowie der Tagungs- und Besprechungsraum befinden sich in der unteren Ebene. Die Büros der übrigen Personalratsvertreter und die Jugend- und Ausbildungsvertretung befinden sich in der oberen Ebene. Ein Aufzug gewährleistet wie auch in den anderen Gebäuden eine Barrierefreie Erschließung der oberen Ebene.

Materialität

Alle Gebäudeteile erhalten eine Schale aus schlichtem Sichtbeton mit einer sägerauhen Brettschalung. Der Beton wird mit Zuschlägen aus Weißzement und Jurakalk versetzt, damit eine hellere und freundlichere Farbgebung entsteht. Die Schale ist außenseitig unregelmäßig vertikal gerastert. Die Außenkante springt mal vor und mal zurück. Somit ergibt sich ein lebhaftes Schattenspiel innerhalb der unterschiedlichen kleinen Nischen. Die erzeugte Wahrnehmung soll Assoziationen an einen Wald erzeugen und somit die Idee des sich nun vollendenden Parks aufnehmen.

Die Öffnungen in der Fassade passen sich seitlich stets an den Rasterverlauf an. Die Öffnungen erhalten Holz/Alu Fenster mit einer Wärmeschutzverglasung. Die Aluschale wird außenseitig in den Laibungen als umlaufendes Schwert ausgeführt und im Farbkonzept beschichtet. Innenseitig werden die Rahmen aufgedickt und nach innen verlängert. Es entstehen somit kleine Sitznischen und die Öffnungen erhalten in der Wahrnehmung einen umlaufenden Rahmen.

Die Oberflächen innerhalb der Gebäude üben sich in Zurückhaltung. Lediglich die Sanitärkerne in den Gruppenbereichen der Kita erhalten eine im Farbkonzept abgestimmt Oberfläche als Blickfang und Leuchtturm für die kleinen Menschen.

 

Mit Verfasser war u.a. Martin Willms vom Büro MWA