Wettbewerb – Sporthalle Schweiz Arbon

2008 | Schweiz | NF: 4.500 m²

Realisierungswettbewerb einer Sporthalle mit angeschlossenen Unterrichtsräumen

Städtebauliche Situation

 Der rechteckige Baukörper fügt sich städtebaulich durch seine reduzierte Art in die umliegende Bebauungsstruktur ein. Durch das Eingraben der Halle wird lediglich eine Traufkante von 8 Metern erreicht. Diese kommt den gegenüberliegenden Gebäuden an der Säntisstraße entgegen.

Das Gebäude rückt unmittelbar mit seiner Längsseite an die Säntisstraße heran. Dies ermöglicht die Einhaltung des Abstands zum rückwärtigen Grundstück.

Die Ecklage des Planungsgrundstücks erfordert zusätzlich die besondere Beachtung zweier Straßenkanten, wobei die schmalere Seite das Gegenüber des bestehenden Hauptgebäudes der Primarschule darstellt. Da die rückwärtige Seite der Turnhalle direkt an die äußerst mögliche Bebauungsgrenze gerückt ist, entsteht auf der südlichen Gebäudeseite ein kleiner Vorplatz, auf dem sich die Schulkinder vor Beginn des Unterrichts sammeln können. Zudem ermöglicht das großzügige Foyer einen trockenen Aufenthalt vor oder nach dem Unterricht. Die Verkehrsproblematik kann nur durch ein gemeinsam abgestimmtes Vorgehen gelöst werden. Vorschläge jedweder Art können in der Wettbewerbsphase nur Denkanstösse und keine Lösungen liefern.

Aus unserer Sicht bietet eine Tunnellösung, durch Anbindung der Halle an die Schule, die einzige Lösung mit einer maximalen Effizienz im Hinblick auf Sicherheit und geringer Beeinträchtigung des Verkehrs.

 Architektonisches Konzept

Das Gebäude wird auf seiner Schmalseite gegenüber dem Haupteingang der Schule erschlossen. Der Eingang mündet in ein großzügiges Foyer, welches einen wettergeschützten Sammelplatz vor und nach Sport- und Unterrichtseinheiten bildet. Ein Sichtfenster stellt eine Blickbeziehung zwischen Turnhalle und Foyer her. Seitlich an das Foyer fügen sich der Speisesaal und die Küche. Über das Foyer gelangt man in das Erschließungstreppenhaus und zum Aufzug. Die Treppe führt ins Unter- und Obergeschoss. Die drei Geschosse sollen kurze Wege ermöglichen. Hierbei wurde berücksichtigt, dass die Sporthalle jeweils durch eine Gruppe genutzt wird und der Speisesaal nur während der gemeinsamen Speisung. Seine Lage schafft während der Pause eine Blickbeziehung zum Hauptgebäude.

Im Obergeschoss befinden sich auf einer gemeinsamen Ebene alle übrigen Räume. Der Veranstaltungssaal liegt räumlich von den Schulräumen getrennt. Küche und Veranstaltungssaal liegen nicht auf einer Ebene, könnten aber durch einen Serviceaufzug verknüpft werden. Hieraus ergeben sich auch Vorteile. So ist es z.B. möglich nach Vorführungen im Saal anschließend im Speisesaal die Veranstaltung ausklingen zu lassen.

Die Klassenräume im Obergeschoss werden durch einen breiten Flur erschlossen. Dieser erhält durch den seitlichen Dachgarten und die verglaste Seite eine natürliche Belichtung. Zudem besteht die Möglichkeit den Dachgarten in das pädagogische Konzept einzubeziehen. Kleine Pflanzbeete oder eine Wetterstation bieten Chancen einer weitergehenden Schulausbildung.

Im Untergeschoss befinden sich die Umkleiden und Duschen, sowie die Umkleide für den Lehrkörper. Optional könnte dieser Bereich durch einen Tunnel an die Berglischule angeschlossen werden. Die Halle ist bis zu einer Höhe von ca. 4 Metern umseitig durch eine massive Außenwand geschlossen. Auf der Höhe von 4 Metern fügt sich dreiseitig eine Glasfassade an, welche vor dem Tragwerk steht. Die Fassade ist nach Norden, Osten und Westen ausgerichtet. Die Ost- und Westfassade kann durch Faltstore verschattet werden. Jedoch bildet auf der Ostseite eine Baumreihe auch eine natürliche Verschattung im Sommer.

Gestalterisches Konzept/Materialien

Glas, Backstein und Holz prägen das Bild des neuen Schulgebäudes. Die schweren und massiven Backsteinräume schweben über dem Grund. Die transparenten Glaskörper im Erdgeschoss trennen die beiden Backsteinquader vom Erdboden. Der Treppenraum trennt wiederum die beiden Backsteinquader voneinander. So wird auch die Nutzung durch das Material ablesbar. Die Glasfassade ermöglicht es auch, dass „Zuschauer“ sich ein Bild vom Treiben in der Halle machen können. Sie können sich auf die Backsteinmauer auf der Grundstücksgrenze setzen und Einblicke in die Trainingseinheiten der örtlichen Sportgruppen erhalten.

Die Fenster und der Treppenraum werden durch Holzlamellen eingefasst. Die Fenster reihen sich so in ein Band ein, welches den Backsteinquader durchläuft. Der Treppenraum wird verdeckt und bildet eine Fuge aus.

Im Innenraum wird Parkett als Bodenbelag verwendet. Die Turnhalle erhält einen Sportbelag. Teilweise werden die Innenwände ebenfalls aus Backstein gebaut oder verblendet. Dieser Baustoff ist sehr robust gegen Verschmutzung. Die Klassenräume werden in Abstimmung mit der Schulleitung, den Eltern und den Schülern durch ein Farbkonzept aufgewertet.

Tragwerk und Technik Konzept    

Das Unter- und Obergeschoss können in einer konventionellen Bauweise erstellt werden. Jedoch lagert das Obergeschoss über der Turnhalle auf Betonunterzügen. Diese Unterzüge können vorgefertigt auf die Baustelle geliefert werden. Sie lagern sich auf eine Stützenreihe, welche das Gebäude durchläuft. Das Raster beläuft sich auf ca. 4,80m.

Die Außenwände im Obergeschoss werden als 3-schalige Wand mit Kerndämmung ausgeführt. Die Dämmung wird dem MINERGIE-Standard gerecht. Das Dach soll eine intensive Begrünung erhalten. Zudem können Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung aufgestellt werden.  Die Kollektoren können die Grundlast der Wärmeleistung garantieren. Unterstützt werden sie durch eine hocheffiziente Gastherme mit Brennwerttechnik. Zudem sollte eine Regenwassernutzung für die Toilettenspülung zum Einsatz kommen.

Der sommerliche Wärmeschutz wird durch die Ausrichtung der Fenster in Richtung Osten und Westen begünstigt. Die Bäume vor dem Haupteingang und entlang der Ostfassade garantieren zusätzlich eine Verschattung der Erdgeschossbereiche und der Turnhalle. Im Obergeschoss befinden sich zusätzlich Faltstore hinter der Backsteinebene zur Verschattung der Schulräume. Diese Faltstore haben im oberen Bereich Lichtlenklamellen zur natürlichen Belichtung der ganzen Raumtiefe – auch bei Sonneneinstrahlung.