Modernisierung des Sporthallenkomplex in Köln-Wahn

2016 | Köln | BGF: 4.230 m² | BRI: 25.456 m³

Modernisierung des Sporthallenkomplex in Köln-Wahn

Gebäudewirtschaft der Stadt Köln | 3-fach Halle

Projektbeschreibung

Bestandsgebäude

Die Sporthalle Albert-Schweitzer-Straße gehört zu einem Schulzentrum im Kölner Stadtteil Porz-Wahn. Die Sporthalle ist in den 1970er Jahren erstellt worden und besteht im Sockelgeschoss aus zwei Einfeldhallen und Nebenräumen. Über den Nebenräumen und der Einfeldhalle liegt quer angeordnet eine Dreifachhalle mit angeordneter Tribüne für 299 Zuschauer.

Die ursprüngliche tragende Konstruktion der Halle bestand und besteht weiterhin im Sockelgeschoss der Einfeldhallen aus einer Stahlbetonskelettkonstruktion mit Mauerwerksausfachungen und einer überspannenden Stahlbetondecke. Die Stahlbetondecke dieses Sockelgeschosses ist gleichzeitig der Bodenbereich der darüber liegenden Dreifeldhalle.

In Fassaden- und Tragkonstruktion oberhalb der Stahlbetonskelettkonstruktion ändert sich das Konstruktionsprinzip im Bereich der Dreifeldhalle maßgeblich.

Die Tragkonstruktion der Fassade und des Daches der Dreifeldhalle und der Tribünenanlage bestehen aus Stahlstützen und -trägern. Diese Stahlskelettkonstruktion verbarg sich ursprünglich hinter eine Trapezblechfassade mit Dämmmatten.

Diese Mineralfasermatten waren mit Papier ummantelt und mittlerweile teilweise abgerutscht und somit funktionslos. Das Dach war als Warmdachkonstruktion mit einer bituminösen Abdichtung versehen. In den Trapezblechprofilen waren ausgedämmte Sickenfüller vorhanden.

Entwurfsaufgabe / -idee

Die Entwurfsaufgabe für unser Büro bestand darin, die Fassadenbereiche und die Dachbereiche energetisch zu modernisieren. Grundlegende Entwurfsidee dieser Modernisierung war es, ein einheitliches Ensemble bzw. Gebäude zu schaffen.

Der bisherige düstere, triste und wenig ansprechende Charakter des Gebäudes sollte überarbeitet werden und sich künftig fröhlich und als Solitär ins das Ensemble der Schulgebäude einfügen. Daher wurde eine lebhafte und gegliederte Fassade entworfen, welche den Kubus-Charakter des Gebäudes aufnimmt und in der Fassade überträgt.

Die Winddichtigkeit gerade im oberen Hallenteil sollte hergestellt werden und die gesamte Außenhülle gedämmt werden. Das Dach sollte ebenfalls saniert werden. Zudem wurde die Haustechnik im Bereich der Dreifeldhalle komplett modernisiert. Lüftung, Heizung und Elektrotechnik sollten erneuert werden.

Ausführung

Das vorhandene Stahltragwerk offenbarte im oberen Bereich durch die vorgefundenen Spannweiten und Platzmöglichkeiten nur eine eingeschränkte Möglichkeit. Daher wurde in diesem Bereich eine Stahlkassette als C-Profil mit einer Spannweite zwischen 6 – 8 m auf die vorhandenen Stahlstützen aufgebracht.

Die Stahlkassetten wurden am Stoß dicht verklebt und mit einer Mineralwolle aufgefüllt. Dies stellte nunmehr die Winddichte und dämmende Ebene der Fassade im Bereich der Dreifeldhalle dar. Auf diese Fassade wurde eine Unterkonstruktion aufgebracht, welche die hinterlüftete Vorhangfassade aus Metallblechpanelen aufnahm. Diese 2,10 Meter langen Metallpaneele wurden auf Raster der Unterkonstruktion von 70 cm befestigt und hatten eine Höhe von 40 cm. Gewählt wurde hier das Produkt der Firma Hoesch – Siding.

Diese Bekleidungseben ist im Bereich der Stahlbetonkonstruktion der unteren Hallen durchgeführt worden und die Dämmung entsprechend auf die vorhandenen Mauerwerk- und Stahlbetonfassadenbereiche gedübelt worden. Somit konnten die beiden unterschiedlichen Konstruktionsebenen der Fassaden mit einer einheitlichen Oberfläche bekleidet werden.

Zur Auflockerung der Fassade sind die oberflächlich aufgebrachten Metallpaneele jeweils im vorhandenen Tragraster von 70 cm verschoben angeordnet worden und immer zwei Paneele übereinander angeordnet worden.

Die Auflockerung des kubigen Baukörpers mit den späteren rechteckigen Fassadenpaneelen wurde durch ein Farbkonzept erzielt. Dieses Farbkonzept sah vor, dass von 100 % der Fassadenpaneele 30 % in Weiß, 30 % in Hellgrau und 30 % in Dunkelgrau einbrennlackiert wurden. Darüber hinaus wurden 5 % in einem hellen Blau und 5 % in einem hellen Grün farblich vorgegeben.

Die Farbgebung sollte ohne Rhythmus und völlig frei erfolgen. Weil eine von Menschenhand gesetzte Farbgebung zwangsläufig unterbewusst einen Rhythmus ergibt, wurde mittels eines standardisierten Computerprogramms durch einen Zufallsgenerator jeder einzelne Bereich farblich belegt.

Dadurch ergab sich eine völlig losgelöste und unrhythmische Fassadengestaltung, welche jedoch im Gesamtbild des Gebäudes ein harmonisches Bild ergibt.

Im Bereich der unteren Hallen wurde zudem eine Pfosten- / Riegelfassade im Bereich der ehemaligen Fensterflächen erstellt. Hier wurde bei der Verglasung der Scheibenzwischenraum mit einem lichtstreuenden Glasgespinst versehen. Dies führt zu einer besseren Lichtstreuung in den Sportraum und verhindert eine Blendwirkung. Daher konnte dort auf eine außenseitige Verschattung verzichtet werden.