Wettbewerb Hamburg GS Lange Striepen – Hausbruch

Lageplan

2013 | Hamburg | NF: 2.500 m²

Erweiterung der Grundschule „Lange Striepen / Hausbruch“ – Hamburg

Wettbewerb | 4. Preis

Städtebau

Die vorgesehenen Maßnahmen sollen das Schulgelände städtebaulich neu ordnen und hochwertige Aufenthaltsqualitäten schaffen. Die städtebauliche Grundidee basiert auf dem Gedanken, durch Subtraktion und Reduktion eines streng geometrischen Quaders einen Baukörper zu entwickeln, der die bisherige kleinteilige Situation durch ein Gesamtbauwerk ablöst. Dieses Gesamtbauwerk bildet zur „Lange Striepen“ durch die Firsthöhe und die geschlossene Fassadenfront eine klare städtebauliche Kante.

Die Kante bricht an entscheidender Stelle. Der entstehende Rücksprung bildet den Eingang der Schule.

Zusätzlich wird der Eingang durch die große Dachscheibe gerahmt, welche sich über den Klassentrakt im Obergeschoss hinausschiebt. Die Betonung des Eingangs wird zudem durch die ansteigende Dachkante des Schrägdaches über dem Mehrzweckraum forciert. Das Gebäude ist zum Schulhof hin abgetreppt ausgebildet. Der straßenseitige Klassentrakt ist zweigeschossig und die Verwaltung zum Schulhof hin eingeschossig. Beide Bereiche teilen sich ein begrüntes Atrium.

Richtung Süden kann das Gebäude durch die spätere Erweiterung komplettiert werden. Ein zweigeschossiger Klassenraumtrakt kann sich sowohl im Erd- als auch Obergeschoss nahtlos anfügen.

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Grundriss EG

Gebäudekonzept

Ziel des Entwurfs ist es, die bisherige Teilung der Nutzungsbereiche in einem Gebäude zusammen zu fassen. Diese Zusammenlegung soll das gemeinschaftliche Leben und Lernen verbessern und den Mehrzweckraum in seiner vielfältigen Funktion an die Schule anbinden. Hinter dem Eingang befindet sich das Foyer, welches den Mittelpunkt dieses Gebäudes bildet. Das Foyer hat einen Luftraum zur Galerie der 1. Ebene, welcher eine Großzügigkeit gewährleistet. Die großen verglasten Fassadenflächen erzeugen eine freundliche und transparente Atmosphäre. Das Foyer vereint somit Eingang, zentrale Anlaufstelle und Erschließung. Es schafft eine Verteilerplattform, welche die Funktionsbereiche Verwaltung, Mehrzweckraum, die Klassentrakte und den Bestandsbau verbindet. Im Norden fügt sich an das Foyer der Mehrzweckbereich an, im Süden zur Straße die Klassenbereiche und zum Schulhof die Verwaltung. Über eine großzügige Treppe innerhalb des Foyers gelangen die Nutzer ins Obergeschoss zu den Fach- und Klassenräumen sowie zum Medienraum. Dieser ermöglicht durch eine verglaste Trennwand Einblicke in den Mehrzweckbereich. Das Foyer ermöglicht durch die direkte Anbindung an den Mehrzweckraum die Nutzung als Sammelpunkt vor und nach schulischen und außerschulischen Veranstaltungen (Theater, Ortsversammlung etc.). Die seitlichen Fassaden entlang des Mehrzweckraums sorgen für eine gute Belichtung und bordieren den Raum. Ein Zugang zum nördlichen Pausenhof verknüpft die Übermittagsbetreuung mit dem Außenraum. Die verglaste Bibliothek / der Medienraum positioniert sich im Obergeschoss über dem Bühnenbereich und ermöglicht es somit Aufsichtspersonen, stets eine Blickbeziehung zwischen diesen Bereichen herzustellen.

Die Verwaltung und die Stufenbüros reihen sich im EG an einen Flur und haben die gewünschte Blickbeziehung zum Pausenhof. Der Flur verläuft entlang des Atriums und ist somit natürlich belichtet. Die Lehrerlounge öffnet sich ebenfalls zum Atrium und ermöglicht eine zeitweilige Privatsphäre. Über die Lounge ist ebenfalls der Klassentrakt zu erreichen und gewährleistet kurze Wege.

Der Klassentrakt befindet sich gegenüber dem gespiegelten Verwaltungstrakt. Auch hier fügt sich der Flur an das Atrium an. Die Klassenräume richten sich zur ruhigen Straße aus. Somit bleibt der Unterricht vom Schulhoftreiben unberührt. Der Flur ist durch Vor- und Rücksprünge gegliedert und verhindert eine schlauchartige Wirkung. Neben den Klassenraumtüren sind die Garderoben und Schuhfächer angelegt. Im Zentrum – jeweils zwischen zwei Klassen gelegen – befinden sich die offenen Gemeinschaftsflächen und der Differenzierungsraum. In diesem Bereich weitet sich der Flur größtmöglich auf.

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 Grundriss OG

 Mit Verfasser war u.a. Martin Willms vom Büro MWA